Sehenswürdigkeiten


Die historischen Sehenswürdigkeiten sind eingebunden ins Gemeindeleben

 

Pfarrkirche St. Nikolaus

In der barocken Kirche finden regelmäßig Gottesdienste statt. Die Pfarrgemeinde Binswangen gehört zusammen mit der Pfarrei Wertingen und Gottmannshofen zur Pfarreiengemeinschaft Wertingen, für die Stadtpfarrer Rupert Ostermayer zuständig ist.

Pfarrhof

Seit 1990 ist im Pfarrhof der Kindergarten untergebracht.

Marienkapelle

Im Sommer finden hier auch Gottesdienste und der Rosenkranz statt. Dabei ist das Skapulierfest das wichtigste Fest, welches im Juli gefeiert wird – im Kirchle, wie es von den Binswangern liebevoll genannt wird. In den Jahren 2010/2011 wurde die Kapelle mit viel Aufwand und großen Kosten restauriert. Nun erstrahlt sie wieder in neuem Glanz. Die Besonderheit dieses Bauwerks: Es wurde nach dem ursprünglichen Plan des Petersdoms in Rom gebaut.

Synagoge

Diese bietet den Rahmen für anspruchsvolle kulturelle Veranstaltungen. Früher diente die im neumauretanischen Stil gebaute Synagoge den jüdischen Einwohnern als Gotteshaus. Hier finden Sie einen Beitrag von a.tv über die Gedenkfeier 2014 zur Reichsprogromnacht

Schillinghaus

Im Rahmen der Dorferneuerung wurde das ursprünglich jüdische Haus saniert. Inzwischen dient es als Unterkunft für die Vereinsgemeinschaft (Musikverein, Gesangverein, VSKV, Saitenwind und Theatergruppe). Ein Anbau im modernen Holzbaustil beinhaltet den Probenraum der Musikkapelle. Der Förderverein Schillinghaus trägt zum Unterhalt bei.

Schule

Im Schulgebäude unterhalb der Pfarrkirche sind nun sowohl die Außenstelle der Wertinger Grundschule, als auch eine Kindergarten- und eine Kinderkrippengruppe untergebracht.

 

Pfarrkirche St.Nikolaus

 

Die erste Kirche oder Kapelle stand am Platz der heutigen Pfarrkirche. Sie war im romanischen Stil erbaut. 1462 wird sie im Städtekrieg zerstört und 1470 eine neue Kirche im gotischen Baustil errichtet. 1739 erbauten die Knöringer die heutige Kirche im barocken Baustil. 1891 wird das Satteldach des Turmes durch einen Spitzturm ersetzt. 1905 wird das Kirchenschiff um 8 Meter verlängert. Der erste Priester ist 1239 beurkundet. Zur Pfarrei gehörten nur die Einwohner die der Ortsherrschaft untertänig waren. Alle.anderen mussten nach Zusamaltheim und dort auch den Zehnt abliefern.

Kirchenausstattung

Wenn wir die Kirche betreten, lassen wir zunächst das Gesamtbild auf uns wirken. In dem lichtdurchfluteten Raum fallen uns neben dem Stuckwerk besonders die Fresken, die Gemälde auf, die 1920 von Hans Kögl aus München geschaffen wurden. Im Hauptbild des Langhauses erblicken wir, wie durch die Fürbitte des hl. Nikolaus drei Pilger aus Seenot gerettet werden, darüber die Mutter Gottes und darunter den versinkenden Kahn. Östlich dieses Bildes ist die Geburt Mariens dargestellt, und westlich erscheint der Nikolaus dem schlafenden Kaiser Konstantin und bittet um die Befreiung unschuldig verurteilter Ritter. In den Medaillons sind Szenen aus dem Leben des hl. Nikolaus sowie der Heiligen Georg, Isidor, Notburga und Radigundis, auch Klugheit, Mäßigung und Starkmut als Allegorien dargestellt. Im Chor zeigt das Mittelbild die hl. Dreifaltigkeit und darunter eine Ansicht von Binswangen: Schloss, Kirche, Amtsgebäude; Badehaus und Stiegschneider. In den Medaillons die vier Evangelisten.

Der Hochaltar ist Neubarock aus dem Jahr 1920 mit viersäuligem Aufbau. Das Altarbild, Öl auf Leinwand wurde um 1740 geschaffen und zeigt den hl. Nikolaus auf Wolken schwebend, von Attribute tragenden Putten umgeben, oben thront die hl. Dreifaltigkeit. Die beidseitig aufgestellten Figuren (St. Ulrich und St. Afra) von Josef und Anton Libigo stammen aus dem ehemaligen Kloster Fultenbach.

Der nördliche Seitenaltar zeigt den hl. Josef mit Jesusknaben. Darüber stehen die Initialen der Mutter Gottes. Der südliche Seitenaltar stellt im Ölgemälde den hl. Sebastian dar. Darüber sehen wir die Initialen Jesus.

Das Chorgestühl ist Neubarock und wurde um 1900 geschaffen. Je eine Tür führt zur Sakristei und in den Turm. Die Kanzel wird um 1740 entstanden sein (E. Amann). Unter dem Schalldeckel des Predigtstuhles schweben die Taube, als Symbol des hl. Geistes und darüber ein Posaunenengel. Die Kirchenstühle wurden bei der Renovierung (1973/75) erneuert, nur die barocken Seitenteile vom alten Gestühl blieben erhalten.

Als Holzfiguren sind vorhanden: Im Chor der hl. Antonius von Padua, ein Heiliger ohne Attribute, im Langhaus der hl. Nikolaus (ca.1860), die Mutter Gottes (ca.1740), der hl. Josef (ca.1740) und die hl. Theresia (ca.1900), die Kreuzweggemälde sind Ölgemälde in Neubarockrahmen.

An der Brüstung der unteren Empore finden wir Darstellungen aus dem Alten Testament: Vertreibung aus dem Paradies, die Arche Noah, das Opfer des Melchisedech. Im Jahre 1996 wurde eine neueOrgel mit 1080 Pfeifen eingebaut.

Inschrift: „DIVUS NIKOL AUS MAGNUS AUXILIATOR“ („ Der heilige Nikolaus ist unser Helfer“)

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Pfarrhof

Wegen des baufälligen Pfarrhofes war der damalige Pfarrer Jerg (1742-1777) gezwungen, aus dem alten Gebäude auszuziehen. Nachdem das Domkapitel einen Zuschuss bewilligte und die weiteren Kosten von den Patronatsherren und der Kirchenverwaltung übernommen wurden, konnte 1746 der Grundstein gelegt werden. Der Pfarrhof ist ein dominierendes zweigeschossiges Gebäude mit Walmdach und fügt sich gut in das Ortsbild ein. Da die Pfarrgemeinde Binswangen Mitglied der Pfarrgemeinschaft Wertingen ist und die Pfarrwohnung nicht mehr notwendig war, wurde 1990 ein Kindergarten eingebaut. 2003/04 wurde das Gebäude gründlich renoviert.

Kontaktadresse:
Kath. Kindergarten „St. Nikolaus“ Binswangen, Schulstr. 2, 86637 Binswangen, Tel. 08272/4939

 

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Marienkapelle – Bruderschaftskapelle

Hier können Sie die Predigt von Pfarrer Rupert Ostermayer nochmal miteirleben, anlässlich des Skapulierfests am 15. Juli 2012,  bei der offiziellen Wiedereröffnung nach der Restaurierung, am 15. Juli 2012.

Baugeschichte

 

Hans Konrad Schertlin, Inhaber der Herrschaft Binswangen, war Mitglied der bischöflichen Gesandtschaft, Rat und Hofmeister bei der Regierung des Hochstifts Augsburg und Dillingen. Eine seiner Aufgaben war, alle vier Jahre dem Heiligen Vater im Auftrag des Bischofs über die Zustände des Bistums zu berichten. Auf einer seiner Reisen nach Rom sah er, dass die Kirchen in einem neuen Baustil errichtet wurden. Sein größter Wunsch war, auch in Binswangen ein Gotteshaus als Begräbnisstätte in diesem neuartigen Stil, den man Renaissance nannte, erbauen zu lassen. Den Auftrag zur Planung und Bauausführung erhielt der bischöfliche Baumeister Hans Alberthaler, dessen Handschrift auch die Dillinger Studienkirche sowie die Basilika St. Peter prägen. Als Vorlage stand der Plan Bramentes zur Verfügung, nach dem die Peterskirche in Rom anfänglich gebaut werden sollte. Maßgeblich beeinflusst wurde die Planung des einzigartigen Bauwerks von Elias Holl, dem Erbauer des Augsburger Rathauses. Die Planung begann bereits 1617. Die eigentlichen Baujahre waren 1629 und 1630, mitten im 30jährigen Krieg. Georg Resch, Weihbischof von Eichstätt, weihte sie am 17. November 1630 der Mutter Gottes vom Berge Karmel, der heiligen Mutter Anna und dem heiligen Josef und Joachim. Hans Konrad Schertlin brachte 1629 aus Rom Reliquien von den Heiligen mit denen sie geweiht, sowie von St. Moritz, St. Paulus, St.Innocentia und St. Ursula. Diese Reliquien stammen aus Katakomben, die erst 1617 entdeckt wurden.

 

Der Kapellenbau ist von seltener Eigenart und erhebt sich auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes mit gleichlangen Längs- und Querbalken. Über der Kreuzung erhebt sich auf vier massiven Pfeilern ein Achteck-Raum mit innen quadratischen und außen abgerundeten Fensteröffnungen auf jeder Seite. Darüber wölbt sich eine oben offene Kuppel, über der noch eine achteckige Laterne mit acht Lichtöffnungen steht. Eine hölzerne Laterne diente in früheren Jahren einsamen Wanderern im Donauried zur Orientierung.

 

Durch die Säkularisation 1803 fiel die Kapelle an den bayerischen Staat und sollte zum Abbruch versteigert werden. 1809 erwarb sie die politische Gemeinde. Diese setzte die inzwischen geplünderte Kapelle bis 1814 wieder instand. In den letzten Kriegstagen 1945 wurde das Binswanger Heiligtum erheblich zerstört. Bis 1948 war die Innen- und Außenrenovierung abgeschlossen. 1981/82 wurde von der Gemeinde Binswangen eine gründliche Renovierung durchgeführt. Nach der jüngsten Restaurierung in den Jahren 2010/2011 ist sie nun wieder eröffnet. Die offizielle Einweihung findet am 14./15. Juli 2012 zusammen mit dem Dorffest statt.

 

Nutzung:

– Skapulierfest der Bruderschaft zur Verehrung der lieben Frau vom Berge Karmel, jährlich am dritten Sonntag im Juli.
– Maiandachten, Abendmessen und Rosenkränze von Mai bis Oktober.
– Hochzeiten, Taufen, Beerdigungsgottesdienste.

Öffnungszeiten:

Jeden Sonntag von 9.00 -17.00 Uhr

Führungen:

Nach Voranmeldung bei der Gemeinde Binswangen, Bürgermeister Anton Winkler, Tel. 08272 / 2591 oder bei Georg Leis Tel. 08272 / 2855

 

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Alte Synagoge Binswangen

Geschichtlicher Hintergrund

Die Gründung von Städten schuf – auch im Bereich des Landkreises Dillingen a.d.Donau – eine Voraussetzung für die Niederlassung von Juden. Im Rahmen des wachsenden Handels betätigten sie sich im Handel und im Geldverleih, der damals den Christen noch nicht erlaubt war. Juden werden erstmals im Landkreis Dillingen 1293 in den Städten Gundelfingen, Höchstadt und Lauingen genannt; in Dillingen erst ein halbes Jahrhundert später (1343). Wie in anderen deutschen Städten, so ist auch die jüdische Geschichte im Landkreis Dillingen geprägt von Aufnahme und Duldung, aber auch Vertreibung.

Juden in Binswangen

Die Anwesenheit von Juden in Binswangen ist ab 1525 quellenmäßig gesichert. Sie hatten sich mit Duldung des Herrschaftsinhabers östlich des alten Dorfes, an der Landstraße Wertingen, angesiedelt. Im Jahre 1864 betrug ihr Anteil an der Binswanger Gesamtbevölkerung 38,4 %. Durch die Abwanderung in die Städte und durch die Auswanderung in die USA sank die Mitgliederzahl ab. 1933 waren es nur noch 4,1 %. Am 27. Juli 1942 wurden die letzten drei Juden im Rahmen der Deportation aus Binswangen abgeführt. Auf Dauer kehrte nach dem II. Weltkrieg kein jüdischer Mitbewohner mehr nach Binswangen zurück.

Ehemalige Synagoge Binswangen (Judengasse 3)

Wann die erste Synagoge in Binswangen errichtet wurde, ist nicht bekannt. Auf einem Dorfplan aus dem Jahre 1750 des österreichischen Obristen Kolleffel ist sie jedoch schon eingezeichnet.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war dieses Gotteshaus zu klein geworden. 1836 und 1837 wurde der Kultusbau errichtet. Die Baukosten beliefen sich auf 8.000 Gulden. Als Vorbild für das Bauwerk in Binswangen diente die Synagoge in Ingenheim, jetzt Billigheim-Ingenheim (Rheinland-Pfalz) Dort begegnete uns zum ersten mal im Synagogenbau das maurische Motiv des Hufeisenbogens in den Fenstern und im Portal. Das ehemalige Gotteshaus ist heute die älteste im neomaurischen Stil aufgeführte Synagoge in Deutschland und damit von außergewöhnlicher kunsthistorischer, architektonischer und geschichtlicher Bedeutung.

Der Synagoge war ein sehr wechselvolles Schicksal beschieden. Am 9. November 1938 wurde das Innere der Synagoge von SA-Leuten geschändet und vollständig zerstört. Der geringe Abstand zur anreinenden dichten Bebauung war ursächlich, dass die Synagoge in der Pogrom-Nacht 1938 nicht in Flammen aufging.
Während des Krieges diente die Synagoge zuerst als Lagerhaus für Getreide, später als Heereslager. Nach dem Krieg war sie Kohlenlager, Werkstätte für einen Handwerksbetrieb und letztlich Lager für einen Baustoffhandel. 1960 wurde der als überflüssig erachtete Treppen-Giebel abgetragen und später verschwand auch die Empore aus dem Innenraum. Dem Wachsen des Denkmalschutzgedanken ist es zuzuschreiben, dass der Landkreis Dillingen den Kultusbau, der mittlerweile zur Konkursmasse einer Firma gehörte, im Jahr 1987 ersteigerte.

Nach über dreijährigen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten, deren Kosten in Höhe von ca. 3 Millionen DM sich der Bund, der Freistaat Bayern, der Bezirk Schwaben, der Landkreis Dillingen, die Stadt Wertingen, die Gemeinde Binswangen und der Förderkreis der Synagoge teilten, wurde die „Alte Synagoge Binswangen“ am 20. Oktober 1996 als Begegnungsstätte eröffnet.

Besondere Beachtung an dem Sakralbau verdienen:
Im Äußeren:


Durch die Verwendung von Architekturelementen, die sonst im Hausbau in Binswangen nicht anzutreffen sind, hebt sich die Synagoge im Äußeren deutlich von der üblichen Bebauung ab. Dadurch wollte ein selbstbewusstes Judentum, ihr Anderssein betonen. Im Gegensatz dazu steht die Synagoge in Lauingen aus dem 16./17. Jahrhundert, die sich im Mauerwerk kaum von den umgebenden Häusern dieser Zeitstufe unterscheidet.

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Das Hauptportal aus Sandstein an der Westseite. Dieses dient als Eingang für die Männer. Durch die linke Tür betraten die Frauen die Synagoge, um dann auf der Empore Platz zu nehmen. Die rechte Tür führte ursprünglich ins „Gemeindezimmer“, Es diente als Art Sakristei und Besprechungszimmer.
° Die Hufeisenförmigen Fenster. Die Fensterreihe im Erdgeschoss wird mit einem Dreipass geschlossen.
° Der gotische Treppengiebel
° Die Gesetzestafeln am Abschluss des Treppengiebels Sie wollen in besonderer Weise zu einem thoragetreuen Leben aufrufen.
° Die eherne Schlange als Bekrönung des Westgiebels.
° Die eherne Schlange, die Moses in der Wüste aufrichtete, wird im Synagogenbau hier erstmals verwendet. Sie gilt als Symbol für Christus und will gleichsam sagen: Aus unserem Volk ist Christus hervorgegangen.

 

 

Im Inneren:
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Der tiefgelegte Fußboden. Dadurch wird nicht nur ein höherer Innenraum erreicht, sondern auch Bezug genommen auf die Psalmstelle „Aus der Tiefe rufe ich zu Dir“
° Die Nische in der Ostwand. Sie zeigt die Ostrichtung in Richtung Zionberg in Jerusalem an. Einst barg sie den Thoraschrein. Die Nische ist zur Mahnung an das im Dritten Reich Geschehene bei der Restaurierung leer gelassen worden.
° Die Ausmalung. Über einem ockerfarbigen Sockel von 1 m Höhe folgt ein lichtes Grün-Blau. Es entsprach dem klassizistischen Farbempfinden. Zugleich verweist es auf den Himmel. Eine strenge geometrische Ornamentik ziert die Decke. Weichere florale Formen beleben die Emporenbrüstungen.

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Die Frauenempore. Bereits im babylonischen Talmud findet sich die Forderung nach der Trennung von Männern und Frauen in der Synagoge. Gewöhnlich war in der Synagoge, so wie hier in Binswangen, die Empore den Frauen vorbehalten. Die Palmetten-Kapitelle, auf denen die hölzerne Empore aufruht, verstärkt den Eindruck des Andersseins.

Ehemaliger jüdischer Friedhof (nördlich der Strasse nach Wertingen)

1663 angelegt, 1761 erweitert und 1763 erstmals mit einer Mauer umgeben; 1840 erneut vergrößert.1924 und 1938 geschändet, 1940 zerstört, 1953 die Mauer zum Teil wieder hergestellt und die Grabsteine wieder aufgestellt; Grabsteine des 19.Jh. bis 1935. Wenn ehemalige Juden aus Binswangen bzw. deren Angehörige heute Binswangen besuchen, dann gilt ihr Besuch besonders dem „Haus des Lebens“, das sich für den gläubigen Juden unsichtbar über dem Friedhof erhebt. Eine Besichtigung mit Führung ist nach vorheriger Anmeldung bei der Geschäftsstelle des Förderkreises möglich.

Öffnungszeiten

Nach Voranmeldung beim Kulturamt im Landratsamt Dillingen a.d. Donau, zugleich Geschäftsstelle des Förderkreises Synagoge Binswangen e.V. (Tel. 09071/51-145, Frau Regensburger-Glatzmaier). Das Kulturamt gibt auch Auskünfte zu Veranstaltungen in der Synagoge und vermittelt Führungen in der Synagoge und auf dem Judenfriedhof.

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Schillinghaus

Schillinghaus Binswangen

Das „Schillinghaus“ wurde um das Jahr 1810 von der jüdischen Familie Baldauf erbaut. „Es repäsentierte schon sehr früh jenen Lebensstil, der später unter dem Begriff „Biedermeier“ zusammengefasst wurde“, beschrieb Landrat Leo Schrell im Rahmen des Festakts zur Einweihung im März 2014 das Gebäude, das schon von außen mit seinem außergewöhnlichen Giebel beeindruckt.

1903 erwarb es die Familie Schilling, viele Binswanger gingen im Textilgeschäft ein und aus, das die „Schilling Mare“  bis 1985 führte. Die Erbengemeinschaft verkaufte das Haus 1995. Nach einem weiteren Verkauf erwarb es die Gemeinde 2001. Nur die Nutzung war ungewiss, das Gebäude verfiel immer mehr.

„Im Rahmen der Dorferneuerung fand ein Ideenwettbewerb statt, wobei leider keine umsetzbaren Vorschläge kamen“, erläuterte Bürgermeister Anton Winkler. Bis die Idee reifte, hier ein neues Musikheim zu bauen. Weitere Vereine – der VSKV, der Gesangverein, Saitenwind und die Theatergruppe konnten mit ins Boot geholt werden – was für eine Förderung durch die Dorferneuerung Voraussetzung war. „Viele Gespräche und Termine mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und dem Denkmalschutz waren nötig, bis eine Umsetzung möglich war“, blickte Winkler zurück. Dank der Erbgemeinschaft Schilling konnte das Gartengrundstück für den großen Probenraum und der Parkplatz gekauft werden.

Heiner Schilling aus Meitingen, Neffe von Maria Schilling, brachte zur Einweihung ein besonderes Geschenk mit. Eine der Mesusa-Rollen aus dem Haus, welche die Zugehörigkeit der Familie Baldauf zur jüdischen Religionsgemeinschaft am Türpfosten signalisierte, kommt nun wieder an ihrem Platz zurück.

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Schule

Schule Binswangen

Zwei modern ausgebaute Stockwerke für die Schule, im Erdgeschoss Platz für je eine Kindergarten- und Kinderkrippengruppe: Das sanierte Binswanger Schulgebäude überzeugte beim Tag der offenen Tür im Juli 2014 ebenso wie das unterhaltsame Rahmenprogramm, welches die Kinder beider Bereiche beim Festakt präsentierten. Damit zeigten sie, dass sie sich wohl fühlen und nicht nur räumlich zusammengerückt sind.

Das Gebäude am neu gestalteten Schulplatz unterhalb der Binswanger Kirche hat bereits eine lange Geschichte: Im Jahr 1845 wurde das Schulhaus in Binswangen errichtet. Alle Klassen der Volksschule wurden hier unterrichtet. Seit der Schulsprengelbildung im Jahr 1977 ist nur noch eine Außenstelle der Grundschule Wertingen für die ersten bis vierten Klassen untergebracht. Ab dem Schuljahr 2005/2006 werden die Kinder hier auch, je nach Schülerzahl, in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet.

Eine Gruppe des Kindergartens, der von der Katholischen Kirchenstiftung betrieben wird, ist im ehemaligen Pfarrhof eingerichtet. Da immer mehr Eltern die Betreuung ihrer Kinder am Vormittag bevorzugten und die zeitliche Aufteilung in eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe zu immer mehr Unstimmigkeiten führte, wurde eine zweite Gruppe eingerichtet. Diese fand ihren Platz mit den zusätzlichen Mitarbeiterinnen vorübergehend im Pfarrheim.

In Absprache mit der Kirchenverwaltung wurde als langfristige Lösung beschlossen, diese Gruppe sowie die vom Staat geforderte Krippe für Kinder unter drei Jahren im Schulgebäude unterzubringen.

Aus diesem Grund hat der Gemeinderat im Jahr 2010 beschlossen, das Schulgebäude zu sanieren und entsprechend umzubauen,.

 

Bürgermeister Anton Winkler, der im Laufe der Festreden viel Dank für seinen persönlichen Einsatz erhielt, nannte Gründe für diese Lösung: „Die Belegung am Vormittag wurde von den Eltern durch ihre Berufstätigkeit immer mehr in Anspruch genommen und die zeitliche Aufteilung in eine Vormittags- und Nachmittagsgruppe führte zunehmend zu Unstimmigkeiten.“ Ein Neubau wurde diskutiert, doch auch die Schule musste renoviert werden. Gespräche mit der Regierung und dem Schulamt ermöglichten, Schule und Kindergarten in einem Gebäude unterzubringen. Im Namen der Pfarrei und der Kirchenstiftung, dem Träger des Kindergartens, bedankte sich Pfarrer Rupert Ostermayer für das Anvertrauen der Kinder, und dafür, dass die Gemeinde viel Geld in die Hand genommen hat und auch weiterhin die laufenden Geschäfte finanziell mitträgt.

Dass die Schüler in den drei jahrgangsgemischten Klassen mit ihren Lehrern Johann Urban, Martina Bobinger und Nicole Haslinger lieber in Binswangen blieben, statt vorübergehend ins Haupthaus nach Wertingen zu ziehen, nahm Verena Bürkner, Rektorin der Grundschule Wertingen, auf. „Ich glaube, mit eurem Durchhaltevermögen habt ihr für`s Leben gelernt“, lobte sie das Ertragen des Baulärms.

Landtagsabgeordneter Georg Winter hob hervor, dass nach der Marienkapelle und dem Schillinghaus nun das dritte Schmuckstück in kürzester Zeit fertig gestellt wurde. „Für die Gemeinde ist es wichtig, das Angebot für die Kinder bis zum zehnten Lebensjahr vor Ort zu haben“, stellte er heraus.

Für den Elternbeirat dankte Elke Bernhard den Betreuerinnen im Kindergarten unter der Leitung von Angelika Stegmair und Patrizia Contartese den Lehrern. Sie hoben auch den Zusammenhalt der Eltern hervor.

Eine kleine Schulbibliothek konnte dank der Spende von 1500 Euro der AG Nikolausmarkt eingerichtet werden, berichtete  Gemeinderat Dr. Hermann Berwe.

Architekt Holger Jaroschek meinte in Richtung der Kinder: „Ihr seid die lebendigen Steine, die das Haus mit Leben erfüllen.“ Beim Rückblick auf die Bauzeit erinnerte er an Schwierigkeiten wegen der schlechten Bausubstanz und bezeichnete das nun vom Keller bis zum Dachspitz sanierte Gebäude mit seinen Außenanlagen als gelungenes Ensemble. Bei der symbolischen Schlüsselübergabe überreichte er Bürgermeister Winkler auch eine Spende von 500 Euro.

Nach der kirchlichen Segnung der Schulräume – die Kindergartenräume erhielten diesen schon Anfang des Jahres – und dem Luftballonstart durften die Kinder an die Spielstationen, das gesellige Miteinander mit Kaffee und Kuchen und viel Lob für die Schule begann.